Dass die Pfalz, genauer Rheinpfalz, ein lohnendes Ausflugsziel sein kann,
stellten wir auf unserem diesjährigen Ausflug fest. Die 16 Teilnehmer
lernten eine abwechslungsreiche Landschaft kennen, mit Weinbergen in der
Rheinebene, soweit das Auge reichte, und malerischen Wäldern im
angrenzenden Hügelland, dem Pfälzer Wald. Wer einmal dort gewesen ist
und die pfälzer Gastfreundschaft erfahren hat, versteht, warum die
Unterkünfte im Herbst fast alle ausgebucht sind.
Die Idee, diesmal die Pfalz zu besuchen, stammt von Ferdinand Krannich.
Er organisierte auch die Unterkunft und das obligatorische Freundschaftsspiel.
Wir waren im Turnerjugendheim bei Annweiler am Trifels untergebracht, einem
jugendherbergsähnlichen Gebäude, einsam auf einer Anhöhe im Wald
gelegen. Es gabt Etagenbetten und die Betten mussten selbst bezogen werden,
aber die Zimmer hatten Toiletten und Duschen und waren sauber und preisgünstig.
Und es gab im Haus den „Burgunderkeller“, in dem die Gäste sich selbst
bedienen mussten und wo, für uns besonders wichtig, ein großer
Vorrat an pfälzischen Weinen ausgelegt war.
Am ersten Abend streiften wir zunächst durch die historische Altstadt
von Annweiler. Hoch oben, auf dem dreigeteilten Berg, dem Trifels, wachte
die beleuchtete Burg Trifels über diese zweitälteste Stadt der Pfalz.
Zur spÄten Stunde studierten wir dann noch die Weine im „Burgunderkeller“
des Turnerjugendheimes.
Am zweite Ausflugtag regnete es, so dass wir unsere Programm umstellten mussten.
Wir verschoben den Besuch des Biosphärenhauses auf den nächsten Tag und
fuhren zunächst zum Hambacher Schloss. Dort fand am 27. 5. 1832 das
„Hambacher Fest“ statt, auf dem, geprägt von Ideen der Französischen
Revolution und Erfahrungen der zuvor rund 25 Jahre lang dauernden, liberalen
französischen Herrschaft in der Pfalz, demokratische Rechte, wie die
Pressefreiheit, freier Handel sowie ein geeintes Deutschland gefordert wurden.
Das Schloss gilt daher als Wiege der deutschen Demokratie. Während der
Schlossbesichtigung konnten wir im großen Festsaal kurzzeitig einer
Diskussionsveranstaltung zuhören, an der bekannte Personen wie Hans-Jochen
Vogel (SPD), Hans-Ulrich Jörges (Stern) und Bettina Schausten (ZdF) beteiligt
waren.
Nachmittags trafen wir dann auf die Freizeitmannschaft des TSV Siebeldingen.
Zu unserer Verstärkung waren trotz Regens Norbert und Stefan Gradwohl sowie
Meike Burmeister aus Ulm angereist. Lange Zeit war das Spiel ausgeglichen. Die
Siebeldinger schossen zwar zuerst ein Tor, doch unser Norbert schaffte nicht
lange danach den Ausgleich. Erst kurz vor Schluss erzielte der Gegner dann ein
weiteres Tor, so dass wir etwas unglücklich mit 2:1 verloren. In der
anschließenden Zusammenkunft im Vereinsheim bedankten wir uns bei
Werner Hochdörffer, 1. Vorsitzender des TSV Siebeldingen, für das
Zustandekommen des Freundschaftsspiels und überreichten ein kleines Gastgeschenk.
Der Abend war für die Weinprobe im Weingut Kern in Böchingen reserviert.
Zum Abendessen gab es u. a. Pfälzer Spezialitäten, wie Flammkuchen, Saumagen
und Leberknödel. Die Weinprobe wurde uns von Mutter und Tochter der Familie Kern
serviert. Die Tochter, Marina I, war amtierende Weinprinzessin der Südlichen
Weinstraße und zog manche männliche Blicke auf sich. Auf der Rückfahrt
zu unserer Unterkunft stoppte uns ein Wildschwein, das mit seinen drei Frischlingen die
Straße überquerte und uns so plastisch vor Augen führte, welchen Tierreichtum
der Pfälzer Wald beherbergt.
Am letzten Tag unseres Ausflugs holten wir den Besuch im Biosphärenhaus mit
Baumwipfelpfad bei Fischbach, nahe der französischen Grenze, nach. Für Mutige
gab es in luftiger Höhe eine Abzweigung mit einer Teller- und einer Seilbrücke
und am Pfadende eine 40 m lange Edelstahlröhre zum Hinunterrutschen. Die Heimfahrt
führte durch französisches Gebiet in den Nordvogesen. Pünktlich zum
Abendessen erreichten wir schließlich Ulm wieder.
Günter Schürger